Pflanzliche Produktion
Ohne Pflanzen ist fast alles nichts. Ohne sie können wir nicht leben. Wer jetzt sagt, man könne sich ja auch aus Milch, Fleisch und Eiern ernähren, hat zwar nicht unrecht. Doch ob Käse und Jogurt, ob Rindsteak und Schweinskotelette oder ob Dreiminuten- und Spiegelei, bevor da nicht zumindest Gras und Getreide im Spiel war, kommt weder von der Kuh und dem Rind noch vom Schwein und vom Huhn etwas auf den Tisch. Die Natur ist schon seit je besorgt dafür, dass auf pflanzlicher Basis Food und Feuer, also Futter, Essen und Energie gewährleistet sind. Doch weil es den Menschen mit der Zeit zuviel wurde, in wilder Natur nach einzelnen Hirsenähren und Hülsenfrüchten zu suchen, mutierten sie von Sammlern und Jägern zu Bauern, die systematisch Äcker bestellten, um von diesen regelmässig Ernten einbringen und Nahrungsvorräte anlegen zu können. Und so gibt es heute weltweit rund 1,5 Milliarden Hektaren Ackerland, auf denen jedes Jahr von neuem Getreide, Reis, Mais, Kartoffeln, Maniok, Zuckerrohr, Zuckerrüben, Raps, Soja, Sonnenblumen und unzählige andere Kulturpflanzen angebaut werden.
Die Schweiz ist ein Alpenland und gilt als ausgesprochenes Grasland. Der grösste Teil der helvetischen Arealfläche besteht denn auch aus Wiesen und Weiden, dessen Gras von den Kühen, Rindern, Schafen und Ziegen durch geduldiges Wiederkäuen zu Milch und Fleisch veredelt wird. Doch unsere Bäuerinnen und Bauern betreiben neben der Viehwirtschaft auch emsig, Acker-, Gemüse-, Obst- und Weinbau. Denn es gibt in der Schweizer Alpenrepublik zum Glück geeignete Gegenden, wo neben Gras auch viele andere Pflanzen gut gedeihen. So zum Beispiel im Kanton Schaffhausen. Die Schaffhauser Landwirte bepflanzen 10000 von insgesamt 15000 Hektaren landwirtschaftlicher Nutzfläche mit Ackerkulturen.
Trotz zunehmend stärkerer internationaler Agrarhandelsliberalisierung werden unsere einheimischen Pflanzenprodukte mittel- und langfristig sehr gefragt sein. Denn das Wachstum des weltweiten Nahrungsmittelbedarfs ist so gross, dass für die Ernährung der Menschheit jede Hektare Gras- und Ackerland täglich an existentieller Bedeutung gewinnt. Deshalb ist die pflanzliche Produktion eindeutig eine Zukunftsbranche – auch in der Schweiz.
Text: Ernst Landolt


