15. Mai 2012, 01:05
Öffentlichkeitsarbeit
Wie der Name uns schon verrät, handelt es sich um Arbeiten in oder für die Öffentlichkeit.
Was heisst es Arbeiten für die Öffentlichkeit zu erledigen oder den Hof für die Öffentlichkeit zu öffnen? In erster Linie geht es darum sich nicht nur um das eigene Wohl zu sorgen, sondern sich für die Gemeinschaft einzusetzen. Das eigene Wissen und Können einzubringen, aber natürlich auch die eigene Meinung preiszugeben und zu vertreten d.h. oftmals auch sich zu exponieren. Es ist keinesfalls immer einfach in der Öffentlichkeit zu stehen, Entscheidungen zu treffen und diese gegen aussen hin zu vertreten.
Wie viel einfacher ist es doch zu kritisieren. Dies tun wir oftmals Gedankenlos ohne weiter zu überlegen. Wie oft haben wir das Gefühl wir hätten viel raschere und wie es uns scheint patentere Lösungen zur Hand.
Doch haben wir uns auch schon überlegt wie schwierig es ist, Entscheidungen zu treffen und Lösungen zu finden, die nicht nur von uns alleine abhängig sind? Denn Jeder der mithilft eine Entscheidung zu fällen bringt sein eigenes Wissen, sein Können, seine Neigungen und natürlich auch seine „Tagesverfassung“ mit.
Also stellen wir uns vor, wir haben zwei Stunden zur Verfügung und möchten gemeinsam einen Kuchen backen. Ist doch ganz einfach oder?
Doch zuerst müssen wir entscheiden, welcher Kuchen gebacken werden soll. September, dies wäre doch die Zeit eines Früchtekuchens nicht wahr? Oder hätten wir vielleicht doch lieber einen Schokoladekuchen, da wir schon den ganzen Tag mit Früchten zu tun haben? Ev. etwas mit Blätterteig oder vielleicht sogar eine Torte? Dies wäre auf jeden Fall auch sehr lecker. Also treffen wir nach langem hin und her eine Entscheidung – Schokoladekuchen.
Aber schon fängt es wieder von vorne an, es gibt so viele Rezepte. Blechkuchen, Cakes und so weiter. Natürlich will jeder und jede sein Wissen und Können einbringen, seine Meinung äussern. Auch das braucht Zeit. Bis wir endlich ein passendes und für alle akzeptables Rezept gefunden haben ist schon bald Halbzeit.
Dann die Arbeitsweise. Stellen wir jetzt zuerst alle Zutaten bereit, damit wir dann schnell beginnen können, oder rühren wir schon mal die Butter weich? Geht dann nachher vielleicht die Hälfte vergessen wenn nicht schon im Voraus alles bereit steht? Wie macht Ihr es zu Hause? Gibt es vielleicht viel zu viel schmutziges Geschirr, wenn wir zuerst alles abgewogen in Schälchen bereitstellen? Auch bis wir hier eine Lösung haben gibt es haufenweise verschiedene Meinungen.
Doch wer soll den Kuchen backen? Wer kann dies am besten? Oder sollte dies eben nicht die machen, die es sowieso schon kann? Sondern eben die, die nicht so sicher ist und dabei etwas lernen könnte? Schon wieder Diskussion.
Kurze Zwischenfrage: Was machen wir mit dem Kuchen wenn er fertig gebacken ist? Natürlich aufteilen, und nach Hause nehmen. Aber halt! Wenn wir den Kuchen heiss aufschneiden und einpacken „schwitzt“ er zu fest, und ist nicht mehr so gut. Doch wenn wir ihn heiss aufschneiden und nicht einpacken trocknet er aus und ist auch nicht mehr gluschtig. Wieder Diskussion.
Weil wir für dieses Problem keine passende Lösung finden, müssen wir das Traktandum Kuchen backen, auf die nächste „Sitzung“ vertagen!
Ist doch klar, zu Hause würde jetzt schon lange ein verführerischer Duft nach Schokoladekuchen aus der Küche strömen.
Also bitte ich Euch, immer wenn ihr in Versuchung seid, Leute die in der Öffentlichkeit stehen zu kritisieren, denkt doch zwischendurch wieder einmal an den Schokoladekuchen, den wir heute so gerne gemeinsam gebacken hätten!!
