Argumente für eine Schweizer Landwirtschaft
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Was ist Littering?
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Als Littering bezeichnet man das achtlose Wegwerfen oder Liegenlassen von Abfällen anstelle der korrekten Benutzung von Abfallbehältern. Es ist nicht zu verwechseln mit dem illegalen Entsorgen von Haushaltsabfällen.
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Warum ist Littering für die Landwirtschaft ein Problem?
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Es gibt leider immer mehr Menschen, die den Abfall (zum Beispiel eine leere Getränke-, Essens- oder Zigarettenverpackung) dort wegwerfen, wo er gerade anfällt. Sei es auf dem Spaziergang durch die Natur oder beim Autofahren. Für die Bauernfamilien bedeutet dies, dass sie entlang von Wegen und Strassen immer mehr Zeit für das Zusammenlesen von Abfällen aufwenden müssen. Zeit ist Geld und Littering somit ein Kostenfaktor. Liegt Abfall in Wiesen und Feldern, die als Tierfutter genutzt werden, wird es kritisch: Erstens sieht man im hohen Gras den Abfall schlecht und zweitens findet die Futterernte heute mechanisch statt. Das heisst, eine Maschine mäht das Gras und schneidet es in kleine Teile, die dann siliert und für den Winter haltbar gemacht werden. Harte Fremdkörper wie Aludosen oder Plastikflaschen aber auch verlorene oder liegengelassene Nägel oder Drahtteile werden ebenfalls zerkleinert und gelangen so als oder spitze und gefährliche oder sonst schädliche Fremdstoffe in den Magen der Tiere. Die Tiere erleiden innere Verletzungen und es kommt zu Entzündungen und Schmerzen. In der Folge fressen sie nicht mehr, magern ab, und sterben im Extremfall. Manchmal kann eine (mehrere tausend Franken) teure und von den Bauernfamilien berappte Operation den Tod verhindern. Harte und starre Fremdkörper können zudem die Maschinen beschädigen, deren Reparaturen ebenfalls hohe Kosten verursacht. Gesundheitlich bedenklich sind auch Zigarettenstummel sowie Hundekot in Gras, das für die Tierfütterung bestimmt ist.
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Wie gross ist das Problem effektiv?
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Da es sich bei den landwirtschaftlichen Flächen nicht um eine begrenzte Zone wie die Stadt Bern, das Zürihorn oder ähnliches handelt und nicht eine Putzequipe unterwegs ist, lässt sich die Menge des Abfalls nicht quantifizieren. Unbestritten von Seiten der Landwirtschaft ist aber, dass das Problem stetig zunimmt und vor allem Bauernbetriebe entlang von neuralgischen Strassen unterdessen viel Zeit für Aufräumarbeiten aufwenden müssen. Diese wird von niemandem entschädigt. Die meisten Bauernfamilien kennen das Problem, nicht alle im gleichen Ausmass.
Was die Anzahl Tiere anbelangt, die infolge von Abfall erkrankt oder gestorben sind, liegen ebenfalls keine verlässlichen Zahlen vor. Es gibt aber einige bestätigte Fälle, bei denen Fremdköper oder Abfallteile im Magen und damit im Futter als Ursache nachgewiesen wurden. Oft bleibt es aber beim Verdacht, weil der Beweis nur durch eine Obduktion im Tierspital erbracht werden kann. Diese kostet viel Geld (zusätzlich zum Tierverlust), das der Bauer auch bei einer Bestätigung niemandem weiter verrechnen kann. Denn der "Litterer" als Verursacher lässt sich nicht ausfindig machen und entsprechend nicht zur Verantwortung ziehen.
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Warum jetzt diese Kampagne des Bauernverbands?
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Im Sommer 2012 machten sechs tote Kühe im Kanton Solothurn Schlagzeilen, bei denen angenommen wurde, dass eine zerschredderte Aluminiumdose im Futter die Ursache war. In der Folge meldeten sich zahlreichen Bauernfamilien bei den kantonalen Bauerverbänden und dem Schweizerischen Bauernverband und bestätigten das zunehmende Problem und den dringenden Handlungsbedarf. Ganz neu ist dieses nicht: Der Schweizerische Bauernverband führt seit Jahren eine Infotafel in seinem Sortiment, die Spaziergängern und Hundehaltern (Hundekot im Futter ist ein weiteres Problem) dafür dankt, dass sie das Futter für die Tiere nicht zumüllen und verschmutzen.
Einzelne kantonale Bauernverbände haben seither Aktionen gegen das Littering durchgeführt. Weitere Fälle von erkrankten und verstorbenen Tieren wurden medial thematisiert. Der Schweiz. Bauernverband will mit seinen Instrumenten allen Betroffenen die Möglichkeit geben, vor Ort auf das Problem aufmerksam zu machen, mithelfen die Menge an weggeworfenem Abfall zu reduzieren und in Zusammenarbeit mit der IG saubere Umwelt (IGSU) die breite Öffentlichkeit zu sensibilisieren.
Die IGSU engagiert sich seit sechs Jahren mit verschiedensten präventiven Sensibilisierungsmassnahmen gegen das Littering in der Schweiz. Neben persönlichen Sensibilisierungsgesprächen durch Anti-Littering-Botschafterinnen und -Botschafter in öffentlichen Räumen und in Schulen, bietet die IGSU Gemeinden, Städten und Schulen kostenlose Anti-Littering-Plakate und Beratungen an. Bisher lag der Hauptfokus auf dem Littering im städtischen Gebiet, gemeinsam mit dem Schweizerischen Bauernverband will die IGSU nun vermehrt gegen das Littering im ländlichen Raum aktiv sein.
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Kann man überhaupt etwas gegen Littering machen?
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Beim Littering handelt es sich um ein generelles gesellschaftliches Problem: Die Menschen nehmen immer weniger Mitverantwortung für den öffentlichen Raum wahr. Guter Rat ist deshalb auch für die Landwirtschaft teuer. Erfahrungen zeigen, dass eine Kombination von Massnahmen am wirkungsvollsten ist. Dabei stehen die drei "a" im Vordergrund: aufklären, aufräumen und ahnden. Aufräumen ist deshalb wichtig, weil herumliegender Abfall weiteren Abfall provoziert. Die drei "a" sind auch die Grundlage für eine Verbesserung der Situation im ländlichen Raum.
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Und was tut der Bauernverband?
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Der Schweiz. Bauernverband hält sich bezüglich Litteringbekämpfung an die drei "a" aufklären, auflesen, ahnden. So hat er unter dem Titel "Dankeschön für saubere Felder" verschiedene Instrumente zur Aufklärung und zum Sensibilisieren entwickelt. Eine neue Wegrandtafel, die vor allem Spaziergänger auf das Abfallproblem hinweist und Hundehalter auffordert, den Kot ihrer Tiere aufzulesen. Eine neue Strassenrandtafel, die betroffene Bäuerinnen und Bauern für eine befristete Zeit auf betroffenen Feldern aufstellen können. Und schliesslich eine neue Minibroschüre, die das Verhalten im ländlichen Raum generell thematisiert. Als weitere Instrumente hat die IG saubere Umwelt in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft ihre kostenlosen Plakate gegen das Littering um ein passendes Sujet für den ländlichen Raum und die Probleme der Landwirtschaft sowie eine zusätzliche „Kuhtafel“ erweitert.
Der Schweiz. Bauernverband will aber "Litterer" auch vermehrt ahnden. In einer parlamentarischen Initiative verlangt der Direktor Jacques Bourgeois die Einführung eines zusätzlichen Artikels im nationalen Umweltschutzgesetz, welcher das nicht sachgerechte Wegwerfen oder Liegenlassen von Abfällen als Strafbestand festhält. Weiter soll der Bundesrat eine Mindestbusse bei Übertretungen festlegen. Diese Busse ist kein Allerheilmittel, dafür sind in der Schweiz zu wenig Polizisten im Einsatz und diese haben sicher auch so genug zu tun. Sie soll aber das Bewusstsein für das gesetzeswidrige Verhalten schärfen und damit über die effektiv gebüssten Personen hinaus wirken.
Der Schweiz. Bauernverband wirkt neu zudem am runden Tisch des Bundesamts für Umwelt mit, der sich der Litteringbekämpfung verschrieben hat. Darin werden neue Lösungsansätze wie ein Verhaltenscodex zur Reduktion des Verpackungsmaterials oder Bonus-Malus-System für Take-Aways und die Verkäufer von Fastfood, vorgezogene Entsorgungsgebühren und weitere Ideen, zum Beispiel zum leidigen Thema Zigaretten, diskutiert und initiiert.
Schliesslich läuft auch die Zusammenarbeit mit der IG saubere Umwelt weiter. So werden beispielsweise deren Anti-Littering-Botschafter einbezogen, um zusammen mit dem Verein "Schule auf dem Bauernhof" zu schauen, wie dieser das Thema Littering & Landwirtschaft sinnvoll in sein Angebot aufnehmen kann.
Für das zweite "a" das Aufräumen müssen die Bauernfamilien nach wie vor selbst besorgt sein. Wir hoffen aber, dass unser übriges Massnahmenpaket dazu beiträgt, dass der Aufwand für diese Arbeit zurückgeht.
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Wo kann ich diese Tafeln, das Plakat und die Broschüre bestellen?
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Die Strassenrandtafel für befristete Aktionen (kurzfristig beständiges Material, Format 70 x 100 cm, 15 Fr./Stück), die Wegrandtafel (beständiges Material, Format A3, 10 Fr./Stück), die Minibroschüre (A7, kostenlos) das IGSU-Plakat (F4, kostenlos) sowie die IGSU-Kuhtafel (beständiges Material, ca. 1.50 m hoch, 25 Fr./Stück) können Sie hier bestellen:
Im Shop auf dieser Website
www.igsu.ch -> PlakateAlle vier Sujets können Sie auf den beiden Internetseiten auch herunterladen.
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Wo finde ich weitere Informationen rund um das Thema Littering?
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Verschiedene Behörden, Organisationen und private Initiativen befassen sich mit dem Thema Littering und seiner Bekämpfung. Hier einige Internetseiten mit nützlichen Informationen:
www.bafu.admin.ch/abfall/
www.igsu.ch
www.littering.ch
www.stopp-littering-schweiz.chAb Mai 2013 sollte zudem eine Anti-Littering-Toolbox (gemeinsames Projekt verschiedener Akteure) auf dem Internet zu finden sein, in der konkrete Lösungsansätze und Ideen für verschiedenste Litteringsituationen zusammengetragen sind (www.littering-toolbox.ch).
Auskunft für Medien:
Sandra Helfenstein, Kommunikation Schweiz. Bauernverband, Laurstr. 10, 5201 Brugg, Tel. 056 462 52 21, sandra.helfenstein@sbv-usp.ch