Kritische Stimmen zum GVO-Entscheid der EU
15.07.2010 - (lid) – Der Entscheid der EU über gentechnisch veränderte Organismen (GVO) wird von Gentechgegnern wie Befürwortern kritisiert. In Österreich ist man hingegen über den Entscheid erfreut.
Die EU hatte am Dienstag, 13. Juli den Mitgliedsstaaten mehr Autonomie im Bereich der GVO eingeräumt. Die Kritik kommt sowohl von Gegnern wie Befürwortern von GVO. So sprach der grösste deutsche ökologische Anbauverband Bioland von einer völlig unpraktikablen Lösung, weil nach wie vor keine europaweiten Regeln für die Koexistenz von GVO und gentechnikfreien Organismen bestünden. Umweltorganisationen befürchten eine gentechnische Kontamination von Pflanzen in gentechfreien Ländern, weil der Anbau in gentechfreundlichen Ländern nicht mehr verhindert werden könne. Auf Seiten der GVO-Befürworter sprach der deutsche agrarpolitische CDU-Fraktionssprecher von einem Einknicken der EU-Kommission vor Ländern wie Österreich, welche wissenschaftlich haltlos GVO-Anbau zu verhindern versuchten, schreibt focus.de. Der Deutsche Bauernverband (DBV) schliesslich bezeichnete die jüngste Entscheidung als blosses Beiwerk, solange nicht grundsätzlich darüber entschieden werde, wie mit der Gentechnik in der Landwirtschaft umgegangen werde.
Positiv wurde das Paket dagegen in Österreich aufgenommen, wie Agra Europe berichtet. Der österreichische Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich bezeichnete den Entscheid als grossen Erfolg für sein Land. Die EU-Kommission werde nun nicht mehr versuchen Anbauverbote der EU-Staaten zu verhindern. Österreich sei gentechfrei und werde es auch bleiben, sagte Berlakovich.